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Ettling

Grundriss des Wasserschlosses Ettling
Grundriss des Wasserschlosses Ettling
Vertreter des sich nach Ettling nennenden Ortsadels sind seit dem ausgehenden 13. Jahrhundert in den Quellen nachgewiesen.1 Ihre Burg hatten die "Oettlinger" auf einem inmitten der Kelsbachquellen aufgeschütteten künstlichen Hügel errichtet. Von ihr zeugen noch reichlich vorhandene, aber stark vom Verfall bedrohte Mauerreste und sogar noch ein überwölbter Raum. Im Bereich der ehemaligen Burgkapelle St. Peter weisen eine in situ erhaltene steinerne Sakramentsnische sowie der Oberteil eines rundbogig geschlossenen kleinen Apsidenfensters auf eine Entstehung vielleicht noch im 12. Jahrhundert hin.
Wie Wiguläus Hund berichtet, hatte Ettling im Vohburger Gericht "vor Jahren zwen siz gehabt, den Ain die Oettlinger, den Ain die von Lamingen innen gehabt."2 Ein Blick auf den um 1813 aufgenommenen Katasterplan zeigt uns eine zweite, östlich jenseits des Hofbauernhofes gelegene, mit Wall und Graben umgebene Burganlage, von der sich heutzutage im Gelände leider keine Spuren mehr auffinden lassen. Hierbei mag es sich um den Sitz der Laiminger gehandelt haben. 1416 öffnete Hans Laiminger den Herzögen von Bayern seinen Anteil am Schloss Ettling.3 Jörg der Oettlinger hatte sich bereits 1404 verpflichtet der Stadt Regensburg für ein Jahr zu dienen und ihr seine "veste Oetling" offen zu halten. Den Öttlingern folgte bald darauf Hans Sandersdorfer im Besitz der Veste.4
Um die Mitte des 15. Jahrhunderts war Ettling dann im Besitz von Degenhart Ofenstetter. Er vererbte die Schlösser Ofenstetten und Ettling seiner Gemahlin Brigitta, geborene Zenger, die sich bald darauf Wolfgang v. Schmiechen verheiratete. Dieser einigte 1493 sich mit Degenhard d.J. Ofenstetter, dem letzten seines Namens, und löste dessen Erbansprüche an Ofenstetten und Ettling mit der Zahlung von 3000 Gulden ab.5
Wolfgang v. Schmiechen starb 1497; sein Sohn Stefan erhielt darauf Ettling, währen dessen Bruder Christoph Wackerstein in seinen Besitz nahm. Christoph übergab Wackerstein seinem Bruder Stefan, wodurch beide Güter zu einer Herrschaft vereinigt wurden. Diese gelangte nach 1531 durch Heirat in den Besitz von Heimeran IV. Notthafft v. Wernberg zu Aholming. 1576 verzichtete Wolf Heimeran v. Schmiechen auf sein Wiederlösungsrecht an Ettling, das seitdem mit der Herrschaft Wackerstein verbunden blieb.6
Reste des Wasserschlosses Ettling
Auf einem künstlichen Hügel im „Quelltopf" des Kelsbaches befinden sich die Reste des Wasserschlosses Ettling
Rest der Schlosskapelle St. Peter
Der Rest des Chorbogens und die Sakramentsnische der ehemaligen Schlosskapelle St. Peter
Rest der Innenbebauung
Rest der Innenbebauung innerhalb der viereckigen Ringmauer. Im Inneren hat sich ein Gewölbe erhalten
1 Hubert Freilinger: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 46: Ingolstadt, München 1977, S. 210
2 Dr. Wiguleus Hundt's bayrischen Stammenbuchs Dritter Theil, mit den Zusätzen des Archivar Libius, Neustadt/Aisch 1999, S. 500
3 Wiguleus Hund: Bayrisch Stammenbuch, Teil II. Ingolstadt 1586, S. 141
4 Hubert Freilinger: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 46: Ingolstadt, München 1977, S. 211
5 Wiguleus Hund: Bayrisch Stammenbuch, Teil I, Ingolstadt 1585, S. 288, Teil II. Ingolstadt 1586, S.285
6 Wiguleus Hund: Bayrisch Stammenbuch, Teil II. Ingolstadt 1586, S.285 f.
Harald Stark 3/06

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